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Sonstiges

Schulmeister Podologie GmbH

Hygiene von Schulmeister Podologie

Nachfolgend finden Sie alle unsere Unterlagen für die Hygiene.

Diese sind urheberrechtlich geschützt und dürfen nur von Schulmeister Podologie verwendet werden.

Lex-o-Med

Die maschinelle Aufbereitung

LEX-o-DENT sorgt für die Rechtssicherheit


§ 8 Abs. 2 der Medizin-Produkte-Betreiberverordnung fordert, dass die Aufbereitung von Medizinprodukten nach einem „geeigneten validierten Verfahren so durchzuführen, dass der Erfolg dieses Verfahrens nachvollziehbar gewährleistet ist und die Sicherheit und Gesundheit von Patienten, Anwendern oder Dritten nicht gefährdet wird.“

 

Der IMC Hygieneberater etabliert gemeinsam mit Ihnen einen rechtssicheren, papierlosen und gerichtsanerkannten validierten maschinellen Aufbereitungsprozess.

 

Dazu zählen in der Vorbereitung 
1. Die Risikoeinteilung aller Instrumente in Klassen von

  •  unkritisch bis kritisch B.

 

2. Die Standardarbeitsanweisungen entsprechend der Risikoeinteilung für

  • Vorbehandeln, Sammeln, Vorreinigen, Zerlegen,

  • Reinigung, ggf. Zwischenspülung, Desinfektion, Spülung, Trocknung, Prüfung auf Sauberkeit/Unversehrtheit, Pflege, Instandsetzung, Funktionsprüfung,

  • Verpackung, Sterilisation, Kennzeichnung und dokumentierte Freigabe.

 

3. Die Prüfindikatoren zur Erfolgskontrolle bei den Schritten
 Ultraschall
 Reinigung
 Desinfektion
 Siegelprozess
 Sterilisation

 

4. Die Erstvalidierung aller im Aufbereitungsprozess eingesetzten Geräte z.B.
 Siegelgerät oder
 Sterilisator

Dokumentation & Archivierung

Die Dokumentation aller Teilschritte der Instrumentenaufbereitung ist wesensnotwendiger Bestanteil für eine Freigabe. Die Dokumentation muss lückenlos und vollständig sein, sonst gelten die Schritte als nicht erfolgt und eine Freigabe ist unzulässig.

 

Oberverwaltungsgericht NRW, 13 A 32/11 Die Dokumentation der Verfahrensschritte ist wesensnotwendige Voraussetzung eines validierten Systems. Sie dient der Schaffung einer beständigen Wirksamkeit des Aufbereitungsprozesses. Nur durch die schriftliche Fixierung kann - gerade bei komplexen Verfahrensabläufen - eine dauerhaft gleichbleibende und nachvollziehbare Verfahrensübung und damit eine Qualitätssicherung sichergestellt werden, die dem Schutzzweck des § 8 Abs. 2 Satz 1 MPBetreibV genügt.

Lex-o-Med bildet die manuelle und maschinelle Aufbereitung nach einem geeigneten validierten Verfahren ab.

Quelle: IMC-Systems (Lex-o-Med)

Zertifikat Lex-o-Med

Hier finden Sie alle Gesetze, Verordnungen und Empfehlungen an denen wir uns halten als PDF Datein.

Die Hygiene Verordnung für Podologen können Sie hier nachlesen

 

Die Gesundheitsämter in Düsseldorf und Mettmann sind die zuständigen

Aufsichtsbehörden für uns als Podologen.

 

Hygienegrundsätze in Praxen der Podologe & Fußpfleger

 

Autoren

Dr. med. P. Kober, AG Hygiene

Dr. med. R. Zenke, AG Hygiene

Herr M. Rohland, 1. Vorsitzender

Stand: März 2006

 

Hygienegrundsätze Podologie und Fußpflege M-V, Februar 2006

 

1 Vorwort, Zielstellung

Es existieren Rahmenhygienepläne für die Podologie/Fußpflege der 5 - Länder -

Arbeitsgruppe (1) und des Landes Brandenburg (2), die jedoch relativ allgemein

gehalten sind und daher spezifische Anforderungen der Hygiene sowohl für die

Einrichtungen als auch für die zuständigen Gesundheitsämter nicht genügend

berücksichtigen. Diese Lücke soll durch dieses Arbeitspapier geschlossen werden.

Es geht von einer Risikobewertung der üblichen Tätigkeiten in der

Podologie/Fußpflege aus, nimmt eine Risikoeinstufung der eingesetzten

Medizinprodukte vor und leitet die notwendigen Aufbereitungs- und

Hygienemaßnahmen ab.

Das Papier ist als direkte Vorlage für die Erarbeitung von Hygieneplänen, die

Gewährleistung der Hygiene in Praxen der Podologen und Fußpfleger und für die

infektologische Überwachung durch die Gesundheitsämter gedacht. In diesem Sinne

präzisiert und ergänzt es die Rahmenhygienepläne, die weiterhin mitgelten.

 

2 Risikobewertung

2.1 Risikobewertung der Praxen und der Tätigkeit

Das Risiko, dass Patienten ständig Erreger von Infektionskrankheiten (obligat

pathogene Erreger) oder von nosokomialen Infektionen (fakultativ pathogene

Erreger) auf der Haut im Beinbereich in die Praxis tragen, wird insgesamt als gering

bis mittelmäßig eingestuft. Ausgenommen sind spezielle obligat pathogene Erreger

wie Warzenviren oder die Krätzmilbe bzw. fakultativ pathogene Erreger wie Fußpilze,

Pilze im mykotischen Nagel, Eitererreger in infizierten Prozessen oder grampositive

wie gramnegative Erreger in benachbarten chronischen Wunden, wie beim Ulcus

cruris venosum oder einem Ulcus beim diabetischen Fuß. In diesem Sinne liegt

Kontakt zu krankhaft veränderter Haut oder Kontakt mit Wunden vor.

Übliche Tätigkeiten von Podologen und Fußpfleger zur Entfernung von Haut, Nägeln

oder Hornhaut werden nicht mit dem Ziel durchgeführt, die Haut zu durchdringen und

dabei in Kontakt mit Blut oder inneren Geweben zu kommen. Das kann jedoch

ungewollt passieren und muss daher bei den Hygienemaßnahmen berücksichtigt

werden. Ein Grenzfall sind die Skalpelle, die aber herkömmlich als

Einwegmaterialien steril sind, obwohl sie auch nicht mit dem primären Ziel, die Haut

zu durchtrennen, beim Schneiden der Hornhaut eingesetzt werden. Die

schmerzbedingte Reaktion des Patienten setzt hierbei Grenzen. Eine Ausnahme ist

hierbei der diabetische Fuß, da der Patient wegen des neuropathischen Syndroms i.

d. R. weder leichten Druck - noch einen Schneideschmerz empfindet. Sondierungen,

Manipulationen und Behandlungen an infektiösen Prozessen (Nagel-/

Nagelfalzinfektionen) oder Schleifen/Fräsen an z. B. mykotischen Nägeln sind mit

einer höheren Chance behaftet, mit Blut in Kontakt zu kommen. Die Anwendung von

schnell drehenden Schleifkörpern und Fräsern (z. B. 20 000 U/min) an Nägeln, Haut

und Hornhaut hat ebenfalls eine höhere Rate, in Kontakt mit Blut zu bekommen.

Hygienegrundsätze Podologie und Fußpflege M-V, Februar 2006

Die Abwehr- und Immunsituation der Patienten in Praxen der Podologen und

Fußpfleger wird in Abhängigkeit vom Alter, einer chronischen Krankheit oder einer

spezifischen Abwehr- und Immunmangelkrankheit von normal bis inkompetent

reichen. Gesunde Patienten verfügen z. B. über eine normale Abwehr- und

Immunsituation. Ältere Patienten mit einem diabetischen Fuß werden z. B. eine sehr

eingeschränkte Abwehr- und Immunsituation gegenüber Erregern haben.

 

2.2 Risikoeinstufung der Medizinprodukte (MP)

Die Einstufung der MP erfolgt nach den RKI - Empfehlungen zur Aufbereitung von

MP (3).

Medizinprodukt Grundsätzliche Risikoeinstufung

Hautzange, -schere

Nagelzange, -schere

Skalpellhalter

Kanülenhalter

Sondierinstrument

doppeltes Nagelinstrument

Ziehfeile

Pinzette

Verbandschere

Schleifer/Fräser

Semikritisch A1

Semikritisch A1

Kritisch A2

Kritisch A2

Semikritisch A1

Semikritisch A1

Semikritisch A

Semikritisch A1

Semikritisch A

Kritisch B3

 

2.3 Konsequenzen für die Aufbereitung

· Semikritische MP sind „viruzid“ zu reinigen/zu desinfizieren, ggf. zu pflegen (z. B.

Öl für die Zangenfedern), zu trocknen und staubgeschützt zu lagern (z. B. auf

einem Tablett im Schrank/Schubfach).

· Als Verfahren für die viruzide Reinigung/Desinfektion der semikritischen MP sind

geeignet: viruzide Tauchdesinfektion (häufig praktiziert), viruzider thermischer

oder chemothermischer Prozess im Reinigungs-/Desinfektionsgerät (RDG) (sehr

selten) oder unverpackte Sterilisation auf dem Einsatzsieb (häufig).

· Der Bedarf einer viruziden Desinfektion ergibt sich schon deshalb, weil es sich

um eine abschließende Desinfektion handelt (es folgt keine Sterilisation). Siehe

RKI-Papier zur Prüfung von Desinfektionsmitteln (4).

· Durchdringen diese sonst semikritischen MP die Haut, haben Kontakt mit Blut

oder inneren Geweben, bzw. Wunden werden sie „kritische MP“ und sind nach

der Reinigung/Desinfektion wie die Skalpell- und Kanülenhalter und

1 wird kritisch A: bei diabetischem Fuß, eingewachsenem Nagel, tiefem Hühnerauge, tiefer Warze,

lokaler Infektion, chronische Wunde, etc., A bedeutet: ohne besondere Anforderungen an die

Aufbereitung (massive Instrumente)

2 Skalpellklingen und Kanülen werden ausschließlich als sterile Einmalprodukte geliefert. Daher sind

die Halter gleichermaßen einzustufen.

3 B bedeutet: mit erhöhten Anforderungen an die Aufbereitung, hier obligater Einsatz eines

Ultraschallbades zur Reinigung der Schleif- und Fräsköpfe

Hygienegrundsätze Podologie und Fußpflege M-V, Februar 2006

Schleifer/Fräser verpackt zu sterilisieren (siehe Fußnote bei A1).

· Daher sind in der Praxis wie für Hausbesuche eine ausreichende Zahl verpackter

und sterilisierter Sets häufig benötigter Instrumente bereit zu halten, für z. B.:

diabetischen Fuß, infektiösen Prozess, mykotischen Nagel, chronische Wunden.

· Da es sich ausschließlich um massive MP handelt, sind zur unverpackten,

viruziden Desinfektion und verpackten Sterilisation Heißluftsterilisationsprozesse

(z. B. 180 °C, 30 min) und Autoklaven bestimmten Typs (siehe bei 5.1.), z. B. 134

°C, 5 min in Kleinsterilisatoren geeignet.

· Die Schleifer/Fräser sind wegen der erhöhten Anforderungen an die Aufbereitung

im Ultraschallbad zu reinigen (Reinigung der Schleif- oder Fräserköpfe) und

grundsätzlich verpackt zu sterilisieren.

· Je nach Sterilisationsprozess sind geeignete Verpackungen zu verwenden:

Heißluftsterilisator: z. B. Metallkästen, Alu-Folie (ein- und zweilagig), Autoklav: z.

B. verschweißte Verbundfolie (1 Seite Folie, 1 Seite Papier), Container/Trommeln

mit Filtern.

· In der Praxis ist es zulässig, den Sterilisator für den Einsatz sterilisierter

Instrumente über den Tag als „Verpackung“ zu benutzen und die zur Behandlung

benötigten Instrumente durch kurzzeitiges Öffnen des Gerätes zu entnehmen,

ohne das Nachbarinstrument zu berühren (evtl. Kontamination). In diesem Fall

sollte das Gerät in der Nähe des Arbeitsplatzes und nicht im Aufbereitungsraum

stehen. Für Hausbesuche sind die verpackten, sterilisierten Sets mitzuführen.

· Die viruzid desinfizierten, unverpackten Instrumente müssen für Hausbesuche

ebenfalls verpackt werden (z. B. tauch- oder wischdesinfizierter

Kunststoffbehälter). In der Praxis können sie offen auf einem Tablett oder in

einem Behältnis im Schrank/im Schubfach gelagert und mit dem Tablett zur

unmittelbaren Behandlung auf die Arbeitsfläche gestellt werden.

Weitere Hinweise zur Aufbereitung, Validierung und zu Routineprüfungen sind im

Punkt 5, gegeben.

3 Anforderungen an die Räume und Ausstattung

Wichtige Vorgaben sind den Gemeinsamen Empfehlungen der Spitzenverbände der

Krankenkassen (5) zu entnehmen. Diese sind nachfolgend etwas präzisiert.

· in sich abgeschlossene Praxis, räumlich getrennt von anderen Praxen sowie

privaten Wohn- und gewerblichen Bereichen

· behindertengerecht zugänglich

· Warteraum mit ausreichend Sitzgelegenheiten

· Toilette, Handwaschbecken und Möglichkeit zur Fußwaschung (z. B. Becken

oder Schüssel)

Hygienegrundsätze Podologie und Fußpflege M-V, Februar 2006

· mindestens ein Behandlungsraum (Kabine) mit = 7 m² und festen Wänden und

weiterer Behandlungsraum für jede gleichzeitig tätige Fachkraft,

Mindestraumhöhe von 2,40 m, ausreichend be- und entlüftbar (z. B. Fenster)

sowie angemessen beheizbar und beleuchtbar

· wisch- und desinfizierbarer Fußboden in Behandlungsräumen, abwaschfeste

Wände bis mind. 1,80 m (z. B. Latexanstrich)

· Handwaschbecken im Behandlungsraum (komplett nach TRBA 250: fließend

kaltes und warmes Wasser, Armatur, die eine Handgelenkbedienung ermöglicht,

Spender für Händedesinfektionsmittel, Flüssigseife und Papierhandtücher,

Abwurf für benutzte Papierhandtücher)

· Patientenstuhl mit teilbaren und ausziehbaren Fußstützen und Sitz für den

Behandler, Kleiderablage für den Patienten

· Schrank zur geschützten Aufbewahrung der Sets und sonstigen Materialien,

Arbeitsfläche zur Bereitstellung der Materialien und Sets

· Leuchte mit Lupe, Fräsgerät mit Staubabsaugung oder Nasstechnik

· Aufbereitungsraum mit Fenster: Arbeitsfläche mit

Instrumentendesinfektionsschüssel für Instrumente und Ablagen zusammen oder

getrennt für Instrumente und Tabletts (mit Einsatzsieb und Deckel), und US-Bad

(mit Einsatzsieb und Deckel), Entsorgungsbehälter für Skalpellklingen und

Kanülen, Verpackungsmaterialien für die Sterilisation, ggf. Einschweißgerät für

Verbundfolie, Behälter für desinfizierte Instrumente für Hausbesuche, Sterilisator

mit Einsatzsieben (Autoklav oder Heißluftsterilisator),

Händedesinfektionsmittelspender

Mindestraumstruktur:

Warteraum, WC, Behandlungsraum (Kabine), Aufbereitungsraum.

Ausstattung für die Behandlung in der Praxis

· Einmalhandschuhe, Mundschutz (z. B. eng anliegende OP-Maske, Schutzbrille,

Spray mit Hautdesinfektionsmittel, ggf. Spray mit Wasser, Spray mit

Flächendesinfektionsmittel oder Schüssel/Eimer mit dementsprechender

Gebrauchslösung, Flasche mit Weichmacher (z. B. Seife/Tenside, H2O2), Papier-

(z. B. Küchenrolle) oder Textiltücher, Tupfer (z. B. Abstreifen von Materialien von

den Instrumenten) und Tamponaden, abgedeckelter Behälter für Tücher, Tupfer,

Tamponaden, Pflegemittel, Pflaster und Verbandmittel, ggf. Wundantiseptikum,

Verbandkasten für Erste Hilfe, in der Praxis sollte mit Instrumentensätzen auf

einem Tablett o. ä. Ablage gearbeitet werden

Behandlungsausstattung für Hausbesuche

· Prinzip: je Patient und Behandlung ein in der Praxis aufbereitetes Instrument,

sinnvoll: Instrumente nicht nach kompletten Sets, sondern je Instrumentengruppe

ein Behälter, z. B. ein Behälter für Haut-Zangen, ein Behälter für

Sondierinstrumente, etc., Setzusammenstellung vor Ort je nach Bedarf

Hygienegrundsätze Podologie und Fußpflege M-V, Februar 2006

4 Hinweise zur Ausführung der Basishygienemaßnahmen

Von den RKI-Empfehlungen gelten insbesondere die für die Hände- (6) und

Flächendesinfektion (7).

· Handschuhe: latexproteinarme oder -freie Handschuhe, Händedesinfektion vor

dem Anlegen und nach dem Ablegen der Handschuhe (nicht sichtbare Löcher in

den Handschuhen), Handschuhdesinfektion sinnvoll, wenn Desinfizierbarkeit

geprüft wurde, defekte Handschuhe sofort wechseln

· Schutzbrille: bei Staubbildung, Versprühen von Flüssigkeit oder Aerosolbildung

· Mundschutz: soll eng anliegen, damit Stäube und Aerosole nicht eingeatmet

werden, gleichzeitig soll der Behandlungsbereich im Sinne des Ausatemschutzes

geschützt werden, wechseln, wenn durchfeuchtet oder schmutzig

· Händedesinfektion: keine Ringe tragen, Wandspender mit Originalflasche (nicht

umfüllen, Arzneimittel, Sporenfreiheit ist zu wahren), Hebel mit Handgelenk

bedienen, 2 Pumpenhübe auf die trockene Haut, Waschbewegungen für 30 sec.,

dabei Daumen, Zwischenräume, Fingerkuppen und Nagelfalze einbeziehen,

Hände müssen bis zum Ende der 30 sec. feucht sein (sonst wirkt der Alkohol

nicht), Kleben am Ende deutet Wirkung der Rückfetter an

· Händewaschen: nach der Desinfektion, Seifenlotion immer auf die feuchte Haut

aufbringen (Seifenlotion ist als Konzentrat aggressiver zur Haut als der Alkohol

zur Desinfektion!), gut mit Wasser aufschäumen und Schmutz entfernen, Seife

gut abspülen, Hände gut abtrocknen, Hände zwischendurch, vor Pausen und am

Dienstende gut pflegen (cremen)

· Hautdesinfektion des Behandlungsortes: Hautdesinfektionsmittel zur satten

Befeuchtung aufsprühen oder aufsprayen, Behandlungsstelle unmittelbar mit

Papier (z. B. Küchenrolle) einmal unter leichtem Druck abwischen (nicht hin und

her wischen), Einwirkzeit des Mittels abwarten (i. d. R. 15 sec.), bei

Verschmutzung Vorgang wiederholen (sprühen, wischen, warten), die

Behandlungsstelle soll trocken sein, nur Originalflaschen verwenden (nicht

umfüllen, Arzneimittel!, Sporenfreiheit ist zu wahren)

· Hautreinigung des Behandlungsortes: Sprühflaschen sind täglich zu leeren

und in der Wanne getaucht mit dem Spraykopf zu desinfizieren, gut auszuspülen

und zu trocknen, frisches Trinkwasser ist unmittelbar vor Arbeitsbeginn

einzufüllen, der Spraykopf ist nach dem Aufschrauben gut durchzuspülen

· Einsatz von Weichmachern/Reinigern: Seifen/Tenside, H2O2 etc., die

Entnahmeflasche ist an der Öffnung nicht zu kontaminieren, z. B. freies

Ausgießen

· Flächendesinfektion: routinemäßig können Flächendesinfektionsmittel

(Medizinprodukt!) mit dem Wirkbereich gegen vegetative Bakterien, Pilze und

Pilzsporen mit der Konzentrations- und Einwirkzeit der Liste des Verbands für

Angewandte Hygiene [VAH, früher Deutsche Gesellschaft für Hygiene und

Hygienegrundsätze Podologie und Fußpflege M-V, Februar 2006

Mikrobiologie (DGHM)] eingesetzt werden, bei Einsatz in Eimern/Schüsseln

Dosierhilfe verwenden, Wischtuch oder -papier (Küchenrolle) und Handschuhe

tragen, Alkohol-Sprühflaschen (für die Flächendesinfektion gelistet) sollten als

Schaumsprays für begrenzte Flächen (Explosionsgefahr!) eingesetzt werden, es

ist immer zu wischen (Flächendesinfektion ist eine Wisch- und keine

Sprühdesinfektion!), Flächen: Arbeitstisch, Fußstützen (trotz Unterlage aus

Papier oder Textil), Fräsgerät und Schläuche u. a. kontaminierte Bereiche,

desinfizierte Flächen dürfen nicht trocken gewischt werden, dürfen aber nach

dem Abtrocknen bereits wieder genutzt werden, bei Infektionsfällen ist die

Einwirkzeit abzuwarten, bei Warzenviren o. a. Viren ist ein viruzides Mittel für die

Flächendesinfektion (gesondert vorzuhalten!) zu verwenden und ebenfalls die

Einwirkzeit abzuwarten, hierzu können Mittel mit Konzentrationen und 15 min

Einwirkzeit ausgewählt werden

· Desinfektion der Waschschüssel oder des Beckens: routinemäßig

auswischen mit dem Flächendesinfektionsmittel, bei Viren ein viruzides

Desinfektionsmittel, bei der Schüssel ist die Einwirkzeit immer abzuwarten

· Unterlagen auf den Fußstützen: Papier (Papierrolle) oder textile Unterlage, die

Unterlage befreit nicht von der Pflicht der Flächendesinfektion nach Abschluss

der Behandlung (siehe bei Flächendesinfektion)

· Instrumentendesinfektion: die Behälter müssen ein Einsatzsieb und einen

Deckel haben, die Konzentration genau mit einer Dosierhilfe (Beutel,

Messbecher, Pumpenhübe) einstellen, keine Schussmethode! („viel hilft bei der

Desinfektion nicht viel“ und vergeudet nur Geld!), festere Handschuhe tragen,

kein Hautkontakt mit dem Desinfektionsmittel, alle Instrumente und Materialien

müssen vollständig getaucht sein (Tauchdesinfektion!), die Einwirkzeit beginnt

nach dem Einlegen des letzten Instruments, Deckel entfernen und Instrumente

mit dem Einsatzsieb entnehmen und in diesem Sieb gut abspülen, trocknen,

pflegen (ölen), unsaubere Instrumente dem US-Bad zuführen, zur

abschließenden Desinfektion (es folgt keine Sterilisation) ist ein viruzides

Instrumentendesinfektionsmittel einzusetzen, das ständig sinnvoll ist, eine

maschinelle, thermische Reinigung/Desinfektion im Reinigungs-/

Desinfektionsgerät (RDG) hat alle Probleme der Tauchdesinfektion nicht und

wird daher immer mit dem Hinweis „ist bevorzugt einzusetzen“ aufgeführt

· US-Bad: obligat für die Schleif- und Fräsköpfe, fakultativ für desinfizierte, aber

nicht saubere Instrumente, immer mit Einsatzkorb und Deckel betreiben!

Instrumente geöffnet und nie auf den Boden legen!, das Mittel (Reiniger,

kombiniertes Reinigungs-/Desinfektionsmittel), muss US-Bad-tauglich sein, zuerst

muss die Luft aus Hohlkörpern und der Flüssigkeit entfernt werden (Entgasung),

wird ein zugelassenes Desinfektionsmittel eingesetzt, muss beachtet werden,

dass bei einer Beschallungszeit von 3 bis 10 min. die Instrumente nicht

desinfiziert sind, wenn das Mittel bei der gewählten Konzentration z. B. 1 h

Einwirkzeit hat. Lösung bei Verunreinigung und mind. täglich wechseln, keine

Haushaltsreiniger einsetzen (Korrosion durch Chloride).

· Aufnahme der Nagel- und Hautbestandteile vom Boden: Staubsauger oder

Schaumstoffbesen, Handfeger und Müllschippe.

Hygienegrundsätze Podologie und Fußpflege M-V, Februar 2006

5 Hinweise zur Sterilisation, Validierung und Routineüberwachung der

Sterilisationsprozesse

5.1 Auswahl des Sterilisators

· Eine Fußpfleger-Praxis, die nur Tätigkeiten mit semikritischen Instrumenten

ausführt, benötigt die Voraussetzungen zur viruziden Reinigung/Desinfektion und

keinen Sterilisator (genaue Überprüfung der Tätigkeiten durch das GA

erforderlich!).

· Eine Podologen-Praxis, die auch Tätigkeiten mit kritischen Instrumenten ausführt,

benötigt zusätzlich ein US-Bad, Verpackungsmittel zur Sterilisation und einen

Sterilisator.

5.1.1 Heißluftsterilisatoren

Sterilisierendes Agens: heiße Luft, trockene Hitze.

Probleme: Luft ist ein schlechter Wärmeleiter, daher schlechter Wärmeübergang

und lange Ausgleichs- und Sterilisierzeiten erforderlich (z. B. 180 °C, 30 min),

Heißluftstromschatten. Wärmeübergang nicht möglich (gestapelt/zu eng).

Geeignet für Podologie/Fußpflege?: Ja, weil ausschließlich massive

Medizinprodukte ohne besondere Anforderungen an die Aufbereitung zur

Anwendung kommen. Ausnahme: Oberfläche der wieder aufbereitbaren Schleif- und

Fräsköpfe, die vorher im US-Bad zu reinigen sind.

Verpackungsmittel für Sterilgüter: Alufolie: einlagig für Verbrauch innerhalb von

48 h und geschützter Lagerung, zweilagig (zweimal einpacken) für geschützte

Lagerung > 48 h, Metallkästen.

Anwendung:

viruswirksame Desinfektion unverpackter MP: für „semikritische A-MP“.

Sterilisation verpackter Sterilisiergüter: für „kritische A- und B-MP“.

Sterilisation unverpackter Sterilisiergüter: für gezielte Entnahmen aus dem

Sterilisator und Behandlungen in der Praxis (Sterilisator steht in diesem Fall in der

Nähe des Behandlungsplatzes), Sterilisator dient als „Verpackung“.

5.1.2 Dampfsterilisatoren (Autoklaven)

Sterilisierendes Agens: das nach der Kondensation des Sattdampfes auf der

Oberfläche vorhandene heiße Wasser.

Probleme: z. B. kein Sattdampf, nicht kondensierbare Gase im Dampf und

chemische Ablagerungen auf den Instrumenten bei Einsatz von Trinkwasser (daher

entsalztes Wasser einsetzen).

Geeignet für Podologie/Fußpflege?: Ja, z. B. geeignete Typ S-Sterilisatoren mit

Kühlung und Trocknung für die „unverpackte Desinfektion“ und „verpackte

Sterilisation“ der massiven Güter. Effektivere Wirkung bei den Schleif- und

Fräsköpfen in den „Tälern“.

Verpackungsmittel für Sterilgüter: Asepturfolientüten: 1 Seite Folie/1 Seite

Papier, Schweißgerät erforderlich, Kassetten oder Container mit wechselbaren

papiernen oder textilen Filtern.

Anwendung: wie bei 5.1.1.

Hygienegrundsätze Podologie und Fußpflege M-V, Februar 2006

5.2 Autoklaven-Typen nach DIN EN 13060

· Typ B: z. B. 3 – 4 Vorvakua, Vakuum bis 150 – 100 mbar, Luft- oder

Wasserkühlung, Vakuum- oder Lufttrocknung

= in Podologie-/Fußpflege-Praxen geeignet aber nicht erforderlich, da nur

massive Güter vorhanden

· Typ S: 1 – 2 Vorvakua bzw. thermodynamische Vakua, auch

Überdruckverfahren, Kühlung und Trocknung

= in Podologie-/Fußpflege-Praxen geeignet, wenn die verpackten Sterilisiergüter

vom Sterilisatorhersteller spezifiziert sind

· Typ N: Dampfströmungsverfahren, evtl. im Überdruck, keine Kühlung und

Trocknung

= in Podologie-/Fußpflege-Praxen nicht geeignet, da für verpackte Güter

ungeeignet und Güter nicht getrocknet werden (nicht lagerfähig)

5.3 Validierung von Kleinsterilisatoren

Die Validierung besteht aus:

· IQ, Abnahmebeurteilung (Installationskontrolle)

- Prüfung der Dokumentation und Sicherheitseinrichtungen

- Raumbedarf, Raumtemperatur und Luftfeuchte, Betriebsmittel, Entsorgung,

Zyklusablauf, Luftleckage

= durch Hersteller oder Händler des Sterilisators

· OQ, Funktionsbeurteilung (Funktionskontrolle)

- Einsatz eines vom Sterilisator unabhängigen Messsystems

- Prüfung der leeren Kammer, von Testbeladungen oder mit Prüfkörpern

= durch Hersteller oder Händler des Sterilisators

· PQ, Leistungsbeurteilung (Leistungskontrolle)

- Messung der Parameter im realen Gut

- Vor Ort oder im Testlabor

= Aufgabe des Betreibers/Anwenders

Bemerkung: Zum Zeitpunkt der Erstellung dieser Hygienegrundsätze gibt es noch

keine allseitig anerkannte Vorgehensweise zur Validierung. Daher sollten Angebote

kritisch begutachtet werden. Übergangsweise sollten die Routinekontrollen je Charge

und periodisch (z. B. Standard-Bioindikatoren) sowie die Freigabe sehr gewissenhaft

ausgeführt werden.

5.4 Routinekontrollen der Kleinsterilisatoren (soweit je nach Sterilisator-Art

zutreffend)

· Vorreinigung im US-Bad (Schleif- und Fräsköpfe)

· Reinigung/Desinfektion als Tauchdesinfektion (günstiger im RDG)

· Trocknung, Kontrolle, Pflege (Ölen)

· Geeignete Verpackungsmaterialien und Verpackung

Hygienegrundsätze Podologie und Fußpflege M-V, Februar 2006

· Sauberer Speisewasserbehälter (Autoklav), entionisiertes Speisewasser

(Autoklav)

· Wartung des Gerätes

· Vakuumtest, B & D-Test, wenn vorgegeben

· Beurteilung der Prozessparameter (z. B. Ablesen, Zahlenausdruck, Kurven)

· Beschickung der Siebe

· Chargenkontrolle (z. B. geeigneter Prüfkörper mit geeignetem Chemoindikator)

· Unversehrtheit der Verpackung

· Trockenheit der Verpackung

· Periodisch geeignete Standard-Bioindikatoren

5.5 Freigabe der sterilisierten Chargen (soweit nach Sterilisatoren-Art

zutreffend)

Die Freigabe ist die rechtlich wesentlichste Entscheidung und ist solange wie die

Patientenakten aufzubewahren. Sie umfasst:

Datum, Chargennummer, Chargeninhalt (Art der Güter), Sterilisationsparameter

(Zeit, Temperaturen, Drücke als Ablesedokumentation oder Ausdruck) im Rahmen

der Herstellerspezifikation bzw. Validierung, Beurteilung als einwandfrei:

Vakuumtest, B & D-Test, Chargenkontrolle, Unversehrtheit, Trockenheit,

Unterschrift.

6 Lagerung der Instrumente

· Offene Lagerung unverpackter, desinfizierter Instrumente: keine

rechtsverbindliche Vorgabe, bis 4 h

· Geschützte Lagerung unverpackter, desinfizierter Instrumente: keine

rechtsverbindliche Vorgabe, bis 48 h

· Offene Lagerung verpackter, sterilisierter Instrumente: max. 48 h, Lagerungsart

soll aber vermieden werden

· Geschützte Lagerung verpackter, sterilisierter Instrumente: max. 6 Monate

Hygienegrundsätze Podologie und Fußpflege M-V, Februar 2006